Symphonien : Beethoven Klavierkonzert Nr. 3/Sibelius Sinfonie Nr. 5 (Live)

Beethoven Klavierkonzert Nr. 3/Sibelius Sinfonie Nr. 5 (Live)

EUR 10,77

  1. Rondo (Allegro)
  2. Allegro molto - Largamente assai
  3. Glenn Gould spielt den Beginn der 5. Sinfonie von Sibelius

KLAVIERKONZERT 3/SINFONIE 5

Leider dann doch nicht.... - Gould und Karajan und Beethoven! Wie habe ich mich auf diese Aufnahme gefreut. Aber leider entspricht die Interpretation nicht den Erwartungen. Keine wirkliche innere Spannung, keine wirkliche Transparenz, kein mitreißender Schwung. Natürlich eine hohe und fabelhafte Musikalität seitens Herrn Gould - doch HvK kann dieses Niveau nicht halten. Zu konträr sind die Partner, zu gegensätzlich die Auffassungen. Ein zu großer Hype für so ein kleines Konzertereignis. Da gibt es andere Einspielungen, die besser sind.Es gab mal eine Einspielung dieses Konzerts im Doppelpack mit dem Klavierkonzert 1052 von Bach. Glenn am Klavier und Mitopoulos am Pult. Live in Salzburg. DAS ist musikalisch ein Ereignis.

Grandios - Da spürt man den Atem der Geschichte...Ein tolles Gespann! Auch wenn ich kein Freund von von Karajan bin (dafür um so mehr von Gould) ist die Kombination aus beiden fast unschlagbar.Das Beethoven Konzert ist im Klang und der Dynamik derart homogen...Das Spannungsfeld zwischen dem musikalischen Verständnis Karajans und dem Goulds ist derart inspirierend......das es mehr als schade ist, das keine weiteren gemeinsamen Aufnahmen von von Karajan und Gould überdauert haben.Die 5. Sinfonie von Sibelius war für mich neu und zählt nun zu meinen absoluten Favoriten. Was für eine wunderbare Musik. Lautmalerisch, theatralisch, reich an Brüchen, voll von Spannungsfeldern welche von von Karajan meisterlich herausgearbeitet wurden. Auch hier ist die Homogenität mit der das Orchester spielt herausragend.Natürlich ist die Klanqualität z.B. bei der späteren Studioaufnahme des 3. Klavierkonzerts mit Bernstein und Gould weit besser. Wenn es einzig darauf ankäme... was wäre alles einfach.Natürlich kann man Störgeräusche beseitigen. Dies geht aber immer einher mit einer Minderung der Frequenzspitzen (Brillianz). Es ist offensichtlich das dies Band nachbearbeitet wurde. Dies ist aber nun einmal nur bis zu einem gewissen Grad möglich!Wen solche Geräusche derart stören, sollte generell nur Studioaufnahmen nehmen. Was wird denn da erwartet?Meine Damen und Herren, heute werden Tonaufnahmen gemacht. Daher bitten wir Sie nun das Atmen einzustellen...

Frevel - eine einzigartige Kombination: den alten Beethoven muss man mögen, einen grandiosen Dirigenten, den hervorragenden Solisten am Klavier und der hustende TBCler in der zweiten Reihe außen - unsterblich! Dem Produzenten dieser CD blieb noch verborgen, dass es heute bereits technische Möglichkeiten gibt, um solche störende Nebengeräusche aus den Stücken zu verbannen. Darf man so etwas ungestraft anbieten und verkaufen?

Historische Sternstunde - Auf der Rückreise von seiner Russland-Tournee traf sich Glenn Gould im Frühling 1957 mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern zu einem denkwürdigen Konzert im Konzertsaal der Berliner Hochschule für Musik, welches vom Sender Freies Berlin mitgeschnitten wurde. Nach mehr als fünfzig Jahren des Dämmerschlafs in den Archiven hat man jetzt die Aufnahmen des c-Moll Konzerts von Beethoven sowie der es-Dur Sinfonie von Sibelius das erste Mal offiziell veröffentlicht. Der SONY-Classical und den weiteren Beteiligten ist zu einer hervorragenden Edition zu gratulieren. Nach den viel versprechenden ... very first recordings ... und den sehr lieblos vermarkteten CBC-Goldbergvariationen hat man jetzt mit dieser dritten, echten Neuveröffentlichung einer Glenn Gould Aufnahme erstmals wieder an das gewohnte Niveau anschließen können. Das lange Warten hat ein Ende! Chapeau und herzlichen Dank!Das Beethoven Konzert wurde bereits vor zwanzig Jahren von italienischen Labels veröffentlicht. Die verrauschten und in der Dynamik des Klavierklangs doch sehr begrenzten Aufnahmen halten keinem Vergleich mit der jetzigen Überspielung stand. Das Klavier ist dort im Diskant verengt und zum Teil auch stark übersteuert. Erstaunlich tapfer schlägt sich demgegenüber die gut zehn Jahre alte russische Überspielung, die insbesondere den Klang der Philharmoniker in den Vordergrund stellt. Aber die jetzige Ausgabe dürfte dem auch von Glenn Gould persönlich favorisierten, direkten Klangbild des Steinways am Besten entsprechen. Es ist schon erstaunlich, welchen Klang man mit den heutigen Digitalfiltern aus den alten SFB-Aufnahmen hat herauskitzeln können, wobei das analoge Masterband leider selbst etwas hinter den Möglichkeiten der damaligen Technik zurückgeblieben sein dürfte. Den leicht erhöhten Rauschteppich (vgl. meine Rezension der ... very first ...) und die etwas überscharf klingenden Violinen nimmt der Klavierfreund demgegenüber sehr gerne in Kauf. Auch sonst gerät man über die Edition nur ins Schwärmen: Ein liebevoll gemachtes Begleitheftchen mit Photos der Protagonisten von den Probensitzungen erfreut das Auge des Liebhabers. Instruktive Ausführungen des Gould-Biographen Michael Stegemann vermitteln neue Einsichten zu dem Verhältnis, welches Gould als Zuhörer der anschließend an dem Abend dargebotenen Sinfonie zu deren Komponisten und zu Herbert von Karajan entwickelt hat. Eine PDF-Datei des originalen Programmheftes des Konzertabends auf der CD rundet das Ganze ab und kündet von der Freude der Herausgeber an ihrer Arbeit. Die Interpretation selbst ist zwar nicht maßstabsetzend aber doch sehr eindrucksvoll. Die Philharmoniker schwelgen in gewohntem Karajan-Sound. Glenn Gould als Antagonist hält in seinem jugendlichen Elan eindrucksvoll dagegen. Auch ein Vergleich mit der späteren Studioaufnahme unter Leonard Bernstein und dem Columbia Symphony erscheint sehr reizvoll. Mag sein, dass die Bedingungen einer Live-Aufführung den Pianisten unter enormen kreativen Druck versetzt haben. Jedenfalls ist er trotz persönlicher Ausschmückungen der Beethoven-Kadenz schneller als in der Kadenz der zwei Jahre später entstandenen Studioaufnahme. Ansonsten spiegeln beide Aufnahmen wider, das das Verhältnis zwischen Glenn Gould und dem jüngst zu seinem Hundertsten geehrten Herbert von Karajan von gegenseitigem Respekt, das zwischen Glenn Gould und Leonard Bernstein aber von mehr als dem, nämlich von großer Sympathie getragen war.

Die Sensation - Gould und Karajan - Ein wirklich legendärer Live-Mitschnitt mit Gould, den Berliner Philharmonikern unter HvK. Die Aufnahme wurde sehr schonend digital remastert,ohne die hohen Frequenzen abzuschneiden, wie es auf den übrigens nicht autorisierten italienischen CDs dieser Aufführung (Beethoven) geschehen ist. Der Sibelius besticht durch seine musikalische Stringenz, interessant dabei, dass auch die Phils unter HvK live nicht überperfekt sind.




Beethoven Klavierkonzert Nr. 3/Sibelius Sinfonie Nr. 5 (Live)