Symphonien : Sinfonien 5 & 1

Sinfonien 5 & 1

EUR 12,99

  1. 1. Allegro con brio
  2. 2. Andante con moto
  3. 3. Allegro
  4. 4. Allegro
  5. 1. Adagio molto - Allegro con brio
  6. 2. Andante cantabile con moto
  7. 3. Menuetto: Allegro molto e vivace
  8. 4. Finale: Adagio - Allegro molto e vivace

Sehr schön - Diese Aufnahme ist wirklich sehr schön, abwechslugsreich, durchsichtig. Es macht ausgesprochen Freude, sie zu hören.

Näher beieinander- die erste und fünfte- alles Beethoven - Im späten 18. Jahrhundert sollen die Damen bei Hofe regelmäßig in Ohnmacht gefallen sein, wenn sie das starke Crescendo eines Orchesters hörten. Und so abwegig ist diese Reaktion gar nicht - das zumindest zeigt die Wucht der Crescendi in Järvis Interpretation der von Beethovens Sinfonie Nr. 5. In nur ein, zwei Takten bringt Järvi das Orchester vom kaum hörbaren Piano-Pianissimo zum tosenden Fortissimo. Er setzt ganz auf dynamische Extreme und zeichnet die Konturen der Musik absolut scharf und präzise.Die melodramatischen Konnotationen, über die bei der Sinfonie häufig gesprochen werde - wie die Beinamen Schicksal oder Odyssee - seien für ihn nicht so entscheidend, sagt Järvi. Für ihn gehe es vor allem um einen großen Kampf von c-Moll nach C-Dur. Die Sinfonie sei eine ganze Welt, in der man sich permanent durchsetzen und Widerstände überwinden müsse.Angeregtes und anregendes Musizieren.Die ungeheure Energie, die das Orchester aufbringt, ist ebenso mitreißend wie die klangliche Prägnanz und die Kontraste: Dieser Beethoven klingt überschäumend lebendig und im nächsten Moment gesanglich und intim. Nichts ist hier steif oder dogmatisch, auch die zügigen Tempi haben immer eine gewisse Flexibilität - ein angeregtes und anregendes Musizieren. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Järvi haben ihren Beethoven gefunden: einen Beethoven, der im 21. Jahrhundert lebendig ist.So eine aktuelle Kritik. Eine andere, vom heutigen Tag, eine bekannte Kritikerin titelt: Höchste Maßstäbe gesetzt und lobt feinste Abstufungen,eine in jedem Detail akribische Wiedergabe,bei der fünften Sinfonie ein wunderbar komplexes Geflecht voller dramatischer Impulse.Unbezweifelbar legt die Kammerphilharmonie mit diesem Zyklus eine hohe Meßlatte auf. Vergleiche ich sie also- auf diesem Niveau- mit der Aufnahme von Carlos Kleiber,kommt mir diese Aufnahme, naturgemäss, ein wenig kleiner vor.Kleiber ist in seiner Interpretation nicht so binnendifferenziert, wird der Mächtigkeit dieses Werks mehr gerecht.Die Zuschreibungen zu dieser Sinfonie interessieren Järvi weniger.Deswegen sind in seiner Interpretation die Unterschiede zwischen der ersten und fünften Sinfonie kleiner als in sonstigen Interpretationen. Die erste ist auch Beethoven- wird deutlich dramatisch aufgeladen, die fünfte wird eher pathosarm ausgeführt, man höre nur, wie schnell in der Einleitung die Akkorde aufeinander folgen.Furtwängler macht dazwischen erst einmal bedeutungsvolle Pausen. Höre ich auf der anderen Seite Joos van Immerseel, sind die Unterschiede im Ansatz nicht so gravierend. Ebenfalls sehr dynamisch, unpathetisch, aber hoch-dramatisch.Die Kritikerin Eva Pinter meint am Schluss ihrer Kritik, man höre nach der Aufnahme der Kammerphilharmonie Beethoven einfach anders.Dem kann ich mich nicht anschliessen. Es ist eine hervorragende Interpretation, die sich einreiht in eine Fülle anderer, hervorragender Interpretationen. All diesen Deutungsangeboten durch eine vollkommen neue, nicht nur andere, sondern sich deutlich absetzende Interpretation zu entrinnen, gelingt so wenig wie beim Radfahren das Ausreißen. Das Hauptfeld ist immer nah.




Sinfonien 5 & 1